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Kalypso und Odysseus:
eine Geschichte der Liebe oder der Verhexung?

„Was führt ein schönes Mädchen an einen so verlassenen Ort in dieser bezaubernden Nacht? … Du siehst aus wie die Meeresnymphe Calypso, die auf deiner Insel auf Odysseus wartet, bereit, ihn mit deiner hypnotisierenden Stimme zu betören.“

Eine Frau allein

Das sagt Damian, der Held meines neuesten Romans Aphrodites Tränen, zu Beginn des Buches, als er zufällig die Heldin Oriel allein am Strand sitzen sieht. Was sich daraus ergibt, ist eine mondhelle Nacht voller Hedonismus und Leidenschaft, einer dieser Momente in der Zeit der perfekten Synchronizität.

Doch als Oriel am nächsten Morgen erwacht, „war ihr griechischer Gott verschwunden und sie fragte sich fast, ob die Ekstase, an die sie sich noch wenige Stunden zuvor erinnerte, echt gewesen war“. In diesem Moment beschließt Oriel, sich nie wieder von einem Mann verlassen zu lassen.

Stellen Sie sich also ihren Schock – und ihre Bestürzung und Verwirrung – vor, als sie sechs Jahre später einen Job als Leiterin einer archäologischen Untersuchung auf einer privaten griechischen Insel annimmt und entdeckt, dass ihr neuer Arbeitgeber kein anderer als ihr griechischer Gott ist.

Damians emotionale Reaktion auf das Wiedersehen mit Oriel ist viel einfacher. Für ihn ist sie immer noch Calypso – Schönheit und Verführerin.

Indem er Oriel seine Calypso nennt, greift Damian auf die altgriechischen Mythen zurück, insbesondere auf die Odyssee von Homer. Calypso war eine Nymphe, die Tochter des Titanen Atlas (er, der den Himmel hochhielt). Sie lebte auf der Insel Ogygia, und als der Held Odysseus auf seiner Heimreise nach dem Trojanischen Krieg dort landete, beschloss sie, ihn dort als ihren Liebhaber zu behalten. Obwohl er verheiratet war und sich danach sehnte, zu seiner Frau heimzukehren, verführte sie ihn mit ihrer schönen Stimme und hielt ihn an ihrer Seite – bis Zeus ihr nach sieben Jahren befahl, ihn freizulassen, und sie ihn gehen ließ.

Alfred, Lord Tennyson schrieb in Ulysses über Odysseus, nachdem er nach Hause zurückgekehrt war. In dem Gedicht ist Odysseus ruhelos. „Ich bin ein Teil von allem, was ich getroffen habe“, sagt er. Das ist Damian in den Jahren, nachdem er die Nacht mit Oriel verbracht hat – er war immer noch ein Teil von ihr. Jetzt, da er sie in sein Leben geholt hat, kann er an nichts anderes denken, als mit ihr zusammen zu sein; weil er sie begehrt, ja, wie Odysseus Calypso begehrte, aber auch, weil er sie liebt.

Wenn Oriel Damians Calypso ist, folgt daraus, dass er ihr Odysseus ist, ein Held, dessen Herz wirklich einer anderen gehört? Oder ist er am Ende doch der griechische Gott, für den sie ihn in jener schönen Nacht hielt, als sie sich zum ersten Mal fanden?

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Hannah Fielding
Preisgekrönte Liebesromanautorin
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