+48 666 22 00 11 [email protected]

Die Zerbrechlichkeit der venezianischen Schönheit

Eine Frau allein

Venedig ist international als schöne und romantische Stadt bekannt, nicht zuletzt wegen seiner Lagunenlage, den unzähligen Wasserwegen und natürlich den uralten Gondeln, auf denen sich Verliebte verträumt zwischen den Gebäuden treiben lassen. Doch die Schattenseite dieses wässrigen Ambientes ist, dass die Natur keine Kraft ist, die man kontrollieren kann, und so kommt es hin und wieder zum Kampf zwischen dem Menschen und seinen Schöpfungen und dem wogenden Meer.

Überschwemmungen sind leider keine neue Erscheinung in Venedig. Sie sind der Preis, den die Venezianer dafür zahlen, dass sie sich so nah an der Adria niedergelassen haben. Damals, 1966, zum Beispiel, stieg der Pegel der Lagune infolge hoher Gezeiten und starker Winde um 6,5 Fuß über das übliche Niveau, und viele historische Paläste und Piazza standen unter Wasser. Häuser wurden zerstört, ebenso wie unbezahlbare Kunstwerke.

Die jüngsten Überschwemmungen in Venedig, die durch starken Regen und starken Wind verursacht wurden, erreichten zwar nicht das Ausmaß der Katastrophe von 1966, aber sie bedeckten 95% des historischen Stadtzentrums mit Wasser, das bis zu 1,5 Meter tief war – zu tief, um sicher hindurchzuwaten. Geschäfte, Schulen, Tourismus: alles kam zum Stillstand, während die Venezianer ungeduldig darauf warteten, dass das Meer seine Überschwemmung zurückfordert.

Jüngsten Untersuchungen zufolge führen nicht nur die globale Erwärmung und der steigende Schlammspiegel dazu, dass der Pegel der Lagune ansteigt, sondern der Effekt der Überschwemmungen ist, dass Venedig sinkt und sich nach Osten in Richtung Adria neigt. Überschwemmungen werden immer häufiger – und die Bewohner haben sich daran gewöhnt, auf Holzplanken zu gehen, um sich etwa vier oder fünf Mal im Jahr über den Fluten zu halten.

Die Venezianer investieren kräftig in ein Hochwasserschutzsystem. Doch in der Zwischenzeit macht die „schwimmende Stadt“ ihrem Namen fast schon zu sehr alle Ehre. Das Ergebnis: Diese historische, elegante, visuell atemberaubende Stadt, in die Liebhaber weltweit wegen des Ambientes strömen, ist durchdrungen von einem Hauch von Zerbrechlichkeit, von der Bedrohung durch Vergänglichkeit, davon, das Atlantis der Neuzeit zu werden.

Machen die prekären Fundamente Venedig weniger zu einer Stadt der Liebe, der Schönheit, der Mystik? Ganz und gar nicht – wenn überhaupt, denke ich, dass die Stadt durch ihre wasserbedingte Zwangslage umso wertvoller ist. Ich hoffe nur, dass die Leser meines Romans Das Echo der Liebe, der in Venedig spielt, in Zukunft an einen lebendigen, realen Ort versetzt werden, den sie besuchen möchten, und nicht in eine verlorene Stadt, die kaum mehr als eine Erinnerung auf den Seiten von Büchern geworden ist.

Bleiben wir in Kontakt!
Hannah Fielding
Preisgekrönte Liebesromanautorin
Telefon: +48 666 22 00 11
e-mail: [email protected]

Copyright © London Wall Publishing sp. z o.o. 2021. All rights reserved